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Besuch in der Privatsammlung Michael Karminsky

Im Rahmen der Offenbacher Kunstansichten war das Netzwerk Frauen für Offenbach in die private Kunstsammlung von Michael Karminsky eingeladen. Schon im Eingangsbereich wurden wir von großen Bildern, mit inspirierenden Motiven, fotorealistisch in der Darstellung und sehr dekorativ begrüßt.

 

Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf nonkonformistischer Kunst aus der Zeit der Sowjetunion. In seinem Loft, das aus mehreren großen ehemaligen Fabrikräumen besteht, zeigt der Kunstliebhaber und -sammler mehr als 600 Bilder, Collagen und Skulpturen von Künstlern, die ihre Regimekritik in versteckten Moskauer Ateliers und Untergrundgalerien verborgen hatten.

In Petersburger Hängung füllen die Bilder ohne Zwischenraum die hohen Wände, der Eindruck ist überwältigend!

 

Michael Karminsky kann zu allen eine Geschichte erzählen. Eines, das Eduard Gorokhovsky in seiner Offenbacher Wohnung gemalt hat, zeigt eine russische Mittelschichtfamilie, die vor einer leuchtend roten Tapete sitzt. Zwei der drei Personen auf dem Bild sind nur schemenhaft zu erkennen – so als wären sie schon nicht mehr Teil dieser Welt. „Das ist der rote Terror“, sagt der Kunstsammler, und ohne diese Erläuterung hätte man das Bild nicht so verstanden. Oder ein Porträt von Stalin, auf dem im Hintergrund sechsmal Lenin eingearbeitet ist. Zu vielen dieser Künstler und Künstlerinnen hat er eine persönliche Beziehung und sogar Freundschaften aufgebaut.

 

Es war eine bereichernde Führung durch den Kunstkenner Michael Karminsky, der seine Sammlung auf Nachfrage gerne öffnet und auch in Zusammenarbeit mit dem Offenbacher Kulturamt zugänglich macht.

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